Der Klub der Gründer bei Emmas Enkel

Klub der Gründer

Der Geruch von Sommerregen liegt in der Luft. Das Wetter ist zwar trübe, aber die Stimmung in der Guten Stube von Emmas Enkel dafür umso besser. Gäste und Mitglieder des Klubs der Gründer, die meisten in Smart Casual, manche im Anzug, sitzen dicht zusammen im Laden von Sebastian Diehl und Benjamin Brüser an der Berliner Allee in Düsseldorf. Das Stimmengewirr legt sich, als Paolo Anania, CEO der Granpasso GmbH und Vorstandsmitglied des Verbands „Die Jungen Unternehmer – BJU“ im Regionalkreis Niederrhein, aufsteht und die Anwesenden begrüßt.

Der Klub der Gründer ist überparteilicher Vertreter von Startups in Deutschland. Er beteiligt sich dabei, eine nachhaltige Strategie zu entwickeln, um die Vorreiterrolle Deutschlands für Startup-Projekte in ganz Europa zu sichern. Der Klub versorgt junge Unternehmer mit Ideen und schafft Kontakte durch Events wie hier bei Emmas Enkel. Bei solchen Events können die Unternehmer sich in lockerer Atmosphäre mit Gleichgesinnten austauschen und Antworten auf für sie relevante Fragen erhalten. Der Klub der Gründer ist eine Unterorganisation des Bund Junger Unternehmer (BJU).

Paolo Anania stellt Sebastian Diehl, den CEO von Emmas Enkel vor; sein Partner ist leider verhindert. Als Special Guest stellt Anania Andreas Rimkus (SPD) vor, MdB aus dem Düsseldorfer Süden. Er ist gekommen, um von seinen Eindrücken und Erfahrungen aus dem Silicon Valley zu erzählen.

Der Tante Emma Laden 2.0

Sebastian Diehl ist studierter Betriebswirtschafter und hat gemeinsam mit seinem Sandkasten-Freund Benjamin Brüser (Architekt), Emmas Enkel im Oktober 2011 gegründet. Emmas Enkel ist in erster Linie ein Online-Lieferservice für alle Produkte des täglichen Bedarfs. Gleichzeitig gibt es aber auch Filialen mit „Guten Stuben“ die zum Verweilen einladen – das Ganze ist der Tante Emma Laden 2.0. Emmas Enkel ist so erfolgreich, dass im Dezember 2014 die Metro-Gruppe beim Startup eingestiegen ist und das Konzept auf ein Franchise ausgeweitet wird.

Diehl erzählt von den Aufs und Abs: „Sicher haben wir in den vergangenen Jahren auch Fehler gemacht, aber wir haben auch vieles richtig gemacht, darauf kommt es an!“ Der Satz ermutigt. Unter den Zuhörern sind überwiegend junge Unternehmer mit innovativen Konzepten, denen die Erfahrung von herben Rückschlägen nicht unbekannt ist.

10 Millionen Dollar sind Peanuts

Die Gruppe applaudiert sichtlich gut gelaunt und Paolo Anania delegiert das Wort an Andreas Rimkus. Andreas Rimkus war letztes Jahr mit einigen anderen Abgeordneten im Silicon Valley, Kalifornien. Neben denkwürdiger Anekdoten, die unter anderem vom nicht vorhandenen W-LAN im 5 Kilometer vom Silicon Vallley gelegenen Hotel berichten, erklärt er, dass sich die Gründermentalität in Deutschland und den USA maßgeblich unterscheidet. Mut zum Risiko sei auf der anderen Seite des Atlantiks größer. Im Silicon Valley sind Startup Investitionen sogar erst ab 10 Millionen Dollar interessant – Peanuts! Stellt sich die Investition als schlecht heraus, ist das noch kein Drama – schließlich wird die nächste interessante Idee  genauso stark gefördert. In Deutschland ist es schon eine Hürde 300.000 Euro locker zu machen. Rimkus appelliert dafür, dass sich die Politik konstruktiver einschalten müsse und die Hürden durch Steuervorteile und andere Anreize für Gründer und Investoren klein halten solle. Nach seinem Vortrag muss er sich noch der kritischen Fragen stellen, warum die Umsetzung (wie immer) viel zu schleppend sei. Rimkus betont er wolle ordentlich anheizen damit es voran geht.

Mittlerweile ist die Luft ein wenig aufgebraucht, aber pünktlich um 21.00 Uhr ist das Programm vorüber. Die Gäste beschnuppern sich an der frischen Luft, tauschen Erfahrungen und Visitenkarten aus und lassen einen informativen und spannenden Abend Revue passieren.